Dr. Moussavou berichtet über Kongo-Brazzaville
Vortrag von Dorothea Nafz und Christian Moussavou zur Unterstützung der Mädchen und Frauen in Kongo-Brazzaville
Der Monat März steht weltweit im Zeichen der Situation benachteiligten Mädchen und Frauen. Der Landfrauenverein Hemmingen nahm dies zum Anlass für einen Vortrag mit anschließendem kongolesischem Aperitif. Dorothea Nafz und Pfarrer Christian Moussavou berichteten dabei über Bildungsprojekte in Madingou (Kongo-Brazzaville)
Seit Januar 2017 unterstützt Hemmingen diese Projekte. Sowohl die katholische und evangelische Kirchengemeinde als auch der Gemeinderat, die Landfrauen und einzelne Bürger haben in den vergangenen neun Jahren – durch Spenden – verschiedene und auch erfolgreiche Bildungsprojekte ermöglicht.
Seit 2017 erhalten junge Mädchen ohne Schulabschluss im eigens eingerichteten „Centre de Couture“ eine Ausbildung zur Näherin mit den Grundkenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Ausbildung sowie der Unterhalt werden ausschließlich von Pfarrer Moussavou finanziert, während der Staat die Ausbildung offiziell zertifiziert hat.
Inzwischen hat bereits der vierte Ausbildungsgang begonnen. Alle Absolventinnen erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine Nähmaschine und Nähmaterialien, um in ihren Heimatdörfern ein eigenes Atelier einzurichten. Auf diese Weise tragen sie nachhaltig zum Lebensunterhalt ihrer Familien bei und stärken zugleich ihre Selbstständigkeit.
Der Zugang zur Ausbildung steht allen Mädchen offen – unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit.
2019: Der unsagbare Zustand in den überfüllten Klassenzimmern der staatlichen Grundschule in Madingou (viele Schüler fanden nur noch Platz auf dem Boden) hat auf Anregung von Dotothea Nafz die Hemminger ermutigt Schulbänke zu stiften, hierbei fanden dann auch junge Männer die Möglichkeit bei den Schreinerarbeiten Geld zu verdienen.
2020 verhinderten undichte Dächer in einigen Klassenzimmer während der Regenzeit den Unterricht. Die Gemeinde Hemmingen gab dazu eine bedeutende Unterstützung für die Beschaffung der notwendigen Wellbleche.
2026: Aktuell steht ein neues Pfarr – und Gemeindehaus kurz vor der Fertigstellung (zurzeit werden die Türen geschreinert). Dort sollen künftig auch Frauen die Möglichkeit haben, sich zu treffen – nicht nur im Kirchenchor, sondern auch in Gruppen, um ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu stärken und ihre persönlichen Themen zu besprechen.
Am Ende des Vortrages waren 610 € in der Spendenbüchse. Pfarrer Moussavou zeigte sich darüber sehr erfreut und dankbar.
